e.Consult sehr zufrieden mit BiPRO Projekt "Marktprozesse zur Schadenbearbeitung"

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17. Dezember 2014 – Mit dem Ziel, die unternehmensübergreifenden Schadenprozesse zur Meldung, Deckungsprüfung und Information unter Einbeziehung aller Marktteilnehmer zu optimieren, startete der BiPRO e.V. im November 2013 das Projekt „Marktprozesse zur Schadenbearbeitung“, welches als bisher zweit-größtes BiPRO-Projekt aller Zeiten nach 20 Projektmeetingtagen am 10. Dezember 2014 erfolgreich abgeschlossen wurde. Die erarbeiteten Normen wurden am 06. November 2014 durch den Normungsausschuss in den Status „Potenzielle Norm“ erhoben. Im Anschluss des Projekts folgen nun die Vorbereitungen für die Implementierungsoffensive (IO). Die hohe Teilnehmerzahl im Schadenprojekt ist sehr erfreulich und motivierend für künftige Gespräche im Rahmen einer Implementierungsoffensive. Während einige Unternehmen bereits 2015 erste Umsetzungen in Betracht ziehen, planen die meisten Mitglieder konkrete Normimplementierungen ab dem Jahr 2016. e.Consult Beauftragter Jürgen Biermaier, hintere Reihe 8. von links


Über 50 Projektteilnehmer aus 26 Mitgliedsunternehmen haben sich im BiPRO-Schadenprojekt engagiert: 10 Versicherer, 9 Berater und Softwarehersteller, 5 Schadendienstleister sowie 2 Hersteller von Maklerverwaltungssystemen. Unter der fachlichen Projektleitung von Dr. Manuel Reimer, Geschäftsführer der V-D-V GmbH, und der organisatorischen Projektleitung von Petra Rosenbauer, Projektleiterin des BiPRO e.V., fanden insgesamt elf Projektsitzungen in zumeist zweitägigen Meetings statt. Das Projekt deckte inhaltlich die Teilprozesse Schadenmeldung, Deckungsprüfung und Schadenstatus ab, unter besonderer Berücksichtigung der Sparten Sach (Gebäude und Inhalt), allgemeine Haftpflicht, Unfall, Kraftfahrt, Transport, Rechtsschutz und technische Versicherungen. Dabei war es wichtig, Überschneidungen zu den im GDV-Schadennetz standardisierten Prozessen auszuschließen, um somit Redundanzen zu vermeiden. Ebenso wird durch ein standardisiertes Mapping des Datenmodells eine Prozessinteroperabilität zum GDV-Schadennetz sichergestellt. Als am 7. November 2013 das erste Projektmeeting stattfand, wurde schnell klar, dass das Schadenmanagement und die Kommunikation zwischen Vermittler (oder Schadenmelder) und Versicherer oft an der hohen Anzahl manueller Tätigkeiten und an den umständlichen Meldewegen, Meldedauer oder Medienbrüchen scheitert. Um diese Hindernisse zu vermeiden, sei der qualitativ hochwertige und sichere Austausch von elektronischen Daten in der Zukunft unerlässlich. Vor allem war es wichtig, die Versicherungsmakler in elektronische Schadenprozesse einzubinden, um die hohen technischen und administrativen Aufwände zu vermindern und den Zeitraum vom Schadeneintritt bis zur Schadenanlage deutlich reduzieren zu können. Ein Jahr und zwanzig Projekttage später wurden in den BiPRO-Gremiensitzungen von FAUS (Fachlicher Ausschuss) und TAUS (Technischer Ausschuss) am 4. und 5. November 2014 die Projektergebnisse dargestellt, und die Arbeitsentwürfe der Normdokumente zusammen mit den mehr als 500 Change Requests besprochen (insgesamt gab es über 800 Change Requests im Schadenprojekt). Durch den Normungsausschuss (NAUS) erfolgte am 6. November 2015 die Beschlussfassung der Arbeitsentwürfe zu „Potenzielle Normen“. Ab Bereitstellung des Normpakets, voraussichtlich im ersten Quartal 2015, ist eine Implementierung der potenziellen Schadennormen durch alle BiPRO-Mitgliedsunternehmen möglich.


Die Schaden-Normen berücksichtigen folgende Prozesse:

  • Schadenmeldung, einsetzbar für verschiedene Vertriebswege
  • Schadenmeldung nach (Teil-)Regulierung mit Vollmacht des Maklers oder Dienstleisters
  • Nachmeldung von Schadeninformationen
  • Nachmeldung von Schadeninformationen nach (Teil-)Regulierung
  • Rückfrage zur Schadenmeldung
  • Antwort auf Rückfrage zur Schadenmeldung
  • Deckungsanfrage – Vertragsauskunft
  • Schadenstatus und Schadenauskunft

Neue Normen: Norm 315 – Schadendatenmodell Diese neue Norm dient zur Erläuterung des Schadendatenmodells Norm 430.8 Übermittlung von Rückfragen zu Schadenmeldungen Diese Norm beschreibt die fachlichen Grundlagen für die automatisierte Übermittlung von Rückfragen zu Schadenmeldungen mit Daten und Dokumenten vom Provider (Empfänger der Schadenmeldung) zum Consumer (Schadenmelder). Erweiterte Norm: Norm 503 – Schadenservice Diese Norm enthält nun die initiale Schadenmeldung und zahlreiche Varianten zur Nachmeldung, zur Antwort auf Rückfragen und zur Übermittlung von Schadendaten nach erfolgter Regulierung durch den Makler oder Dienstleister. Die Schadenauskunft ist ebenfalls Bestandteil dieser Norm. Geänderte Normen: Norm 430.5 – Übermittlung von schaden und leistungsbezogenen Gevos (Schadenstatus) Norm 480.6 – Schadensuche Norm 500 – Bestandsservice Norm 502 – Vertragsservice (Deckungsanfrage)


Die Implementierungsoffensive (IO) – Von der Theorie zur Praxis Frank Schrills, geschäftsführender Präsident des BiPRO e.V., gratulierte den Teilnehmern zum Projektergebnis und unterstrich, dass mit dem offiziellen Abschluss des Projektes die Aufgabe von BiPRO als Community und Katalysator längst nicht beendet sei: „Heute endet die Theorie und fängt die Praxis an. Gute Normen sind lebende, praxistaugliche Normen. Nun müssen die Teilnehmer und Mitglieder die Früchte der Kooperation im Schadenprojekt ernten. Unser Ziel als Verein ist es, die Provider und Consumer mit ihren Partnern näher zusammenbringen, um auch erfolgreiche Implementierungen ab 2016 zu ermöglichen. Die Zeit ist deshalb günstig, um die Folgemaßnahmen zum Schadenprozess direkt anzustoßen und durch eine Implementierungsoffensive voranzutreiben.“ Hintergrund der Implementierungsoffensive ist die Zielsetzung, die Digitalisierungsprozesse in der Versicherungsbranche proaktiv voranzutreiben. Hauptziel dabei ist die Realisierung vieler Normimplementierungen in einem definierten Themenfeld innerhalb eines gemeinsam festgelegten Zeitraums (in der Regel 1-2 Jahre) mit einer möglichst großen Anzahl von Partnern. Die IO gibt den Mitgliedern Planungssicherheit, vor allem auch aus Budget-Sicht, und fördert die Qualität und den Umfang der Umsetzungen von BiPRO-Schnittstellen zwischen Versicherern und deren Prozesspartnern. Des Weiteren trägt die Beteiligung an der IO auch zum Investitionsschutz für alle teilnehmenden Unternehmen bei. Die Geschäftsstelle des BiPRO e.V. nimmt im Rahmen der IO eine koordinierende Rolle ein. Zu den geplanten Aktivitäten im Frühjahr 2015 gehören folgende Maßnahmen: • Einrichtung einer digitalen „Partnerbörse“ auf Bipro.net Mit der „Partnerbörse“ bietet der BiPRO e.V. exklusiv für seine Mitglieder die Möglichkeit zur Findung von Implementierungspartnern und dient als Basis für die Erstkontaktaufnahme zur Normumsetzung. Die Partnerbörse führt die Prozessbeteiligten zusammen und erlaubt den Teilnehmern entsprechende Ansprechpartner von Mitgliedsunternehmen zu finden, welche Interesse an der Implementierung der Normen bekundet haben. Die in der Partnerbörse beinhalteten Informationen werden ausschließlich den BiPRO-Mitgliedern im geschützten Bereich der BiPRO-Webseite zur Verfügung gestellt. • Workshop am 6. Mai 2015 Ziel des Workshops ist es, dass die BiPRO-Mitglieder und ihre interessierten Prozesspartner eine gemeinsame Zielsetzung für die Umsetzung sowie relevante Implementierungsbereiche finden. Des Weiteren wird angestrebt, erste Erfahrungen aus dem Projekt zu teilen und weitere Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Bei dem Workshop können die interessierten Mitglieder darüber diskutieren, in welchen Schritten und welchem Umfang die Implementierungen gemeinschaftlich optimal vollzogen werden können, beispielsweise durch die Einrichtung von User Groups.


Die wesentlichen Projektergebnisse Die webservice-basierte BiPRO-Schnittstelle erlaubt den Datenaustausch der Schadenmeldungen seitens des Versicherers mit dem Maklervertrieb und/oder Dienstleistern. Durch die Übertragung von strukturierten Daten und Dokumenten innerhalb einer Nachricht werden außerdem manuelle Zusammenführungen vermieden und eine automatische Prozesssteuerung ermöglicht. Die Standardisierung der unternehmensübergreifenden Prozesse zur Schadenmeldung, Schadenauskunft und Schadenstatus verschafft den Kommunikationspartnern die gewünschte Transparenz, Schnelligkeit und eine hohe Qualität der übertragenen Daten. Dies alles trägt zur Beschleunigung der operativen Zusammenarbeit, zu deutlich besseren Serviceleistungen und auch zu erheblichem Einsparungspotenzial zwischen den Prozesspartnern in den betrachteten Sparten bei. Auch die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) bei Versicherungen kann dadurch verbessert werden. Durch den Einsatz der BiPRO-Normen zu den Marktprozessen der Schadenbearbeitung streben die Teilnehmer die Einsparung von Verwaltungskosten und eine Verbesserung der Servicequalität an. Dadurch werden nicht nur die Prozesse beim Makler optimiert, sondern auch die Kundenzufriedenheit. Die wesentlichen Projektergebnisse treiben den Versicherungsmarkt im Bereich Normierung und Digitalisierung von Schadenprozessen voran. Im Projekt ist ein erweitertes Prozess- und Datenmodell aufgebaut worden, fünf BiPRO-Normen wurden erweitert oder geändert sowie zwei neue Normen sind entstanden. Insgesamt wurden vier Schadendatenmodelle entwickelt: Schadenmeldung, Schadenleistung, Schadenobjekte und Schadendetails. Zudem helfen Objektdiagramme, die normierten Prozesse anhand von Praxisbeispielen zu veranschaulichen.


Offene Zusammenarbeit, über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg, schafft gemeinsam definierte und akzeptierte Normen Die Zufriedenheit über ein sehr gelungenes BiPRO-Projekt spiegelte sich in den Äußerungen der Projektteilnehmer wider, sowie in der Bereitschaft, sich der vom BiPRO e.V. vorangetriebenen Implementierungsoffensive anzuschließen. Die Projektteilnehmer: 26 Unternehmen nahmen am Projekt “Markprozesse zur Schadenbearbeitung” teil Die Projektteilnehmer waren von der Qualität der Diskussionen, der gesamten Projektorganisation, der strukturierten Moderation angetan und stellten den Wissensaufbau in den zahlreichen Projektmeetings heraus. Dabei hat sich vor allem die Erkenntnis herauskristallisiert, dass die unterschiedlichen Blickwinkel der einzelnen Unternehmen zur besseren Lösung von Problemstellungen beigetragen haben. Die gemeinsam definierten Standards werden zu effizienteren Lösungen führen gegenüber  individuellen Ansätzen. Die Zielsetzung, die Normierung unabhängig von den jeweiligen Rollen der Beteiligten mit dem Ziel der Wiederverwendung identischer Prozesse in unterschiedlichen Kontexten zu gestalten, wurde ebenfalls erreicht. Beispielsweise kann der gleiche Schadenmeldungsprozess unabhängig davon ablaufen, ob ein Vermittler oder ein Dienstleister die digitale Schadenanzeige einreicht. Das schafft Flexibilität in den Prozessen und ermöglicht Effizienzsteigerungen. BiPRO hat sich bereits als vielfältige Community etabliert, in der gemeinschaftliche Potenziale der Prozessoptimierung zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit gehoben werden. Im nächsten Jahr wird sich dieser Treffpunkt der Branche noch stärker in Richtung Community-Forum, vermehrte Services (z.B. Webinare) und Antreiber der Digitalisierung im Versicherungsmarkt positionieren. Das Austauschangebot, das der BiPRO e.V. nun mit verschiedenen Maßnahmen im Rahmen der Implementierungsoffensive für die Schadennormen anbietet, sollten die Mitglieder nutzen, um auch ihre Partner in die Diskussionen und Umsetzungen einzubinden und die Zukunft der Schadenmanagementprozesse aktiv mitzugestalten.


Eckdaten zum Projekt “Marktprozesse zur Schadenbearbeitung”:

  • 50 Teilnehmer aus 26 Unternehmen
  • 11 Projektmeetings mit 20 Projekttagen von November 2013 bis Dezember 2014
  • 2 neue Normen, 1 erweiterte Norm und 4 geänderte Normen
  • Über 800 Change Requests (CRs) zu den bestehenden und neuen Normen

Quelle: https://www.bipro.net/de/projektabschluss-marktprozesse-zur-schadenbearbeitung


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