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Die typischen Anwaltskanzleien haben heute damit zu kämpfen, dass sie mit mehr Aufwand viel weniger Geld verdienen…

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… so die Meinung von Thomas Keis, Inhaber der RA-MICRO Süd GmbH, im Interview mit der eC-Redaktion.

Herr Keis, Sie sind seit 21 Jahren für RA-MICRO tätig und seit 13 Jahren Inhaber der RA-MICRO Süd GmbH. Dort haben Sie bisher über 1.100 Kanzleien in IT-Fragen sowohl im Hard- wie Softwarebereich beraten und sind ein absoluter Branchenkenner.
Wie ist Ihre Einschätzung, wie sich das Mandantenverhalten in den letzten 10 Jahren verändert hat?

Eine spannende Frage. Meiner Meinung nach ist die Erwartungshaltung der Mandanten gestiegen. Ein Anwalt soll immer mehr in immer kürzerer Zeit leisten. Schnelle Reaktionszeiten werden verlangt, eine Rückmeldung soll in immer kürzeren Abständen erfolgen. Just in Time eben.  

Auch an die Erreichbarkeit stellt der Mandant von heute höhere Ansprüche. Kanzlei-Mittagspausen werden kaum noch akzeptiert, es werden durchgehende Bürozeiten verlangt.

Zudem sind die Mandanten von heute viel besser vorinformiert, wenn sie einen Anwalt beauftragen. Ohne Scheu tragen sie zum konkreten Fall Ihr Google-Wissen vor und bezweifeln teilweise die Fachkompetenz, wenn der Jurist das so nicht bestätigen kann. Das gab es meiner Meinung nach vor 10 Jahren nur in Ausnahmefällen.

Ist die Schlussfolgerung daraus, dass die Anwälte weniger Mandate oder unzufriedene Mandanten haben?

Selten beschweren sich meine Kunden über zu wenige Mandate, die haben alle gut zu tun. Doch viele können der eben geschilderten Erwartungshaltung nicht gerecht werden und dahinter stecken dann schlussendlich unzufriedene Mandanten.

Dazu kommt, dass sich die Qualität der Mandate verändert hat. Zum Google-Wissen gesellt sich oft, dass der Anwalt erst aufgesucht wird, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Und für komplexe Fälle suchen sich die Mandanten oft einen Spezialisten, das kann auch bundesweit sein.

Würden Sie also sagen, dass eine typische Anwaltskanzlei mit 2-3 Berufsträgern es heutzutage schwerer hat Umsatz zu generieren? 

Absolut. Diese Kanzleien haben damit zu kämpfen, dass sie mit mehr Aufwand viel weniger Geld verdienen. Darüber hinaus ist die letzte Gebührenerhöhung schon lange her.

Das hört sich nicht (mehr) nach einem attraktiven Berufsbild an. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Ein Jurastudent träumt nicht mehr von der eigenen Kanzlei als Einzelanwalt. Wenn sie den Anwaltsweg einschlagen, gehen sie meist in große Kanzleien, die Fachbereichsspezialisten suchen.

Das macht es für Traditionskanzleien natürlich schwer, eine Nachfolge zu finden.

Herr Keis, wenn Sie Anwalt in einer mittelständischen Kanzlei wären, was würden Sie tun, um sich für die Zukunft gut aufzustellen?

Zum einen würde ich mich um Spezialisierung und entsprechende Fachanwaltschaften kümmern und versuchen, mein Alleinstellungsmerkmal zu finden, um mich von der Masse abzuheben.

Zum zweiten würde ich alle Arbeitsabläufe in meiner Kanzlei gemeinsam mit meinem Team auf den Prüfstand stellen. Wie läuft momentan die Mandatsaufnahme ab? Wie ist der Posteingang und -ausgang organisiert? Es ist essenziell Prozesse zu optimieren und zu standardisieren, um schneller zu werden und den heutigen Mandantenerwartungen gerecht zu werden und mich nicht zu lange mit Kleinigkeiten aufzuhalten.

Eine gut aufgestellte und digitalisierte Kanzlei wird letztendlich auch attraktiver für Junganwälte.

Was können Sie und Ihr Team tun, um Kanzleien bei dieser herausfordernden Maßnahme zu helfen?

Mit meinem Team bin ich in der Lage, die komplette Kanzleiorganisation von der Konzeption über die Bereitstellung perfekt abgestimmter Hardware sowie sinnvoller Softwarekomponenten bis hin zu qualifizierten Schulungen  abzudecken.

Hier arbeiten Profis aus der anwaltlichen Praxis mit IT-Experten Hand in Hand – so steht dem Einzelanwalt wie auch der Büroleitung einer mittelständischen Kanzlei immer ein kompetenter Ansprechpartner zur Seite.

Da fühlt man sich doch gleich gut aufgehoben. Gemeinsam mit meiner Kollegin Valeska Eng, Transition Coach, bieten Sie am 30.06.2020 von 11-12 Uhr das Webinar „Wie Sie als Anwalt aus RA-MICRO einfach, sicher & schnell eine Online-Akte für Ihre Mandanten einrichten“ an. Erfahren wir dort noch mehr zur Prozessoptimierung?

Auf jeden Fall. Alle interessierte, Kanzleien im Postleitzahlengebiet 7, 86-89 sind herzlich zur Webinar-Teilnahme eingeladen.  

Herr Keis, ich bedanke mich für das Interview und die erkenntnisreichen Informationen.

hier die webinarbeschreibung lesen und anmelden

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