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5 Tipps für junge Anwälte – egal ob selbstständig oder angestellt

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5 Tipps für junge Anwälte

Juristen gehören zu den Top5 der größten akademischen Berufsgruppen. Vier von zehn Absolventen schlagen den Weg als Rechtsanwalt* ein, obwohl das Jurastudium keineswegs auf die Anwaltstätigkeit vorbereitet. 
Dabei gibt es für alle jungen Anwälte, ob angestellt oder selbstständig, die gleichen Herausforderungen im Berufsalltag.

Unsere Tipps sollen Dir helfen, die Herausforderungen zu erkennen und zu meistern. 

*In diesem Text wird ausschließlich die männliche Form verwendet. Damit sind alle anderen Formen gleichermaßen mitgemeint.

Arbeitsmarkt Anwälte: Zahlen, Daten, Fakten

165.900 Anwälte

Laut Statista waren zum 1. Januar 2020 bei der Bundesrechtsanwaltskammer in Deutschland rund 165.900 zugelassene Rechtsanwälte registriert. Die Tendenz ist dabei steigend! Seit dem Jahr 1990 hat sich die Anzahl verdreifacht. 

15.300 Studierende der Rechstwissenschaften

Rund 15.300 Studenten haben im Wintersemester 2019/2020 ein Studium der Rechtswissenschaften begonnen. 

>40 % der Referendare

Laut einer Studie der Arbeitsgemeinschaft Kanzleimanagement des Deutschen Anwaltvereins wollen mehr als 40 Prozent der Referendare den Anwaltsberuf ergreifen (rund drei Viertel davon im Anstellungsverhältnis.)

Nicht richtig auf den Anwaltsberuf vorbereitet

Diese Zahlen überraschen umso mehr, da das Jurastudium – positiv ausgedrückt – nicht optimal auf den Anwaltsberuf vorbereitet. Rechtsanwalt Gregor Samini, Fachanwalt für Versicherungsrecht und Strafrecht in Berlin, sagt hierzu: 

„Es ist zwischenzeitlich ein offenes Geheimnis, dass das Jurastudium im Allgemeinen und das Referendariat im Besonderen nicht die Zusatzkenntnisse vermitteln, die Rechtsanwaltskanzleien von Juristen verlangen.“

Wie finde ich für mich die richtige Spezialisierung? Wie führe ich Mitarbeiter oder sogar ein Unternehmen? Wie betreibe ich Mandatsakquise? Wo tausche ich mich am besten mit Kollegen aus? 
Fragen wie diese lässt das Studium der Rechtswissenschaften gänzlich unbeantwortet.

Generation Y der jungen Anwälte – mehr als nur malochen – 

Das Selbstverständnis des Anwaltsberufes hat sich bei der Generation Y verändert. Malochen bis zum Umfallen war gestern. Die junge Anwaltschaft wünscht sich ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeits- und Freizeit und nimmt dabei größtenteils auch finanzielle Einbußen in Kauf. Der Haufe-Verlag schreibt im Januar 2020 dazu: 

„Die Ys unter den Juristen sind freiheitsliebend, fordern Flexibilität vom Arbeitgeber und messen tradierten Werten wie Fleiß und Loyalität womöglich weniger Bedeutung bei. Gleichzeitig sind sie aber auch die Generation der technikaffinen Querdenker, sie schätzen die Herausforderung, wollen sich stetig weiterentwickeln und zeichnen sich durch starke interkulturelle Kompetenzen aus.“ 

Fassen wir zusammen: Sehr viele junge Jura-Absolventen ergreifen den Anwaltsberuf trotz mangelnder Kenntnisse darüber. Dabei streben sie ein ausgewogenes Arbeits- und Freizeitverhältnis an.

Um alles unter einen Hut zu bringen und Du im Anwaltsberuf erfolgreich sein kannst, haben wir Tipps für Dich zusammengefasst:

Tipp 1 | Rechtsgebiet + Branche

Wenn Du Dein Hobby zum Beruf machen möchtest und beispielsweise reitest, läge es nahe, sich auf Pferderecht zu spezialisieren. Doch wenn Du es gerne rechtlich übersichtlich magst, wäre das Medizinrecht nicht die richtige Wahl für Dich. Jede Wirtschaftsbranche und jede Rechtsnorm tickt anders. 

Hast Du Rechtsgebiet gefunden, solltest Du baldmöglichst den dazugehörigen Fachanwaltstitel ins Auge fassen. Innerhalb der Fachanwaltstätigkeit lässt sich oftmals noch eine Nische finden, die Dein Alleinstellungsmerkmal perfekt macht. Zum Beispiel der Fachanwalt für Medizinrecht, der bundesweit nur Kieferorthopäden vertritt. 

Laut Statista gab es 2019 in Deutschland rund 56.300 Fachanwaltschaften. Die meisten Fachanwälte gibt es in den Fachschwerpunkten Arbeits- und Familienrecht. Fachanwaltschaften in den Nischen Agrar- und Migrationsrecht machen nur einen sehr geringen Anteil an den insgesamt 23 Schwerpunkten für Fachanwaltschaften aus. 

Tipp 2 | Arbeitsoptimierung

In der Anwaltspraxis hast Du nicht EINE Examensklausur zu bestehen. Du hast jede Menge Fälle gleichzeitig zu bearbeiten, nebenbei Mandantenanfragen zu beantworten, Gerichtstermine wahrzunehmen und Telefonate bzw. Videokonferenzen zu führen. 
Gehe am besten nach dem Pareto-Prinzip vor, wonach mit 20% Prozent Aufwand 80% des gewünschten Ergebnisses erzielt werden kann. 

Tipp 3 | Mandantenbetreuung

Juristen- vs. Mandantensprache! Die wenigsten Mandanten interessieren sich für lange juristische Abhandlungen. Gerade Privatmandanten haben im Laufe ihres Lebens wenig Berührungspunkte mit dem „Juristendeutsch“. Wenn Du diese zwei Aspekte beim Austausch mit Deinen Mandanten beherzigst, haben es Deine Mandanten leichter und Du wirst besser verstanden. 

Tipp 4 | Akquise

Es ist noch kein Mandat vom Himmel gefallen. Jeder junge Anwalt sollte sich darüber Gedanken machen, wie er Neumandate akquirieren möchte. Auch angestellte Anwälte tun gut daran, sich einen eigenen Mandantenstamm aufzubauen, um nicht in eine Abhängigkeit zu geraten. Selbst berufserfahrene Kollegen teilen uns mit, dass sie teilweise 60% ihrer Zeit mit Mandatsakquise verbringen.
Dabei stehen Dir unzählige Möglichkeiten zur Verfügung. Eine gut strukturierte Homepage (gespickt mit aktuellen Blogbeiträgen), Aktivitäten in den sozialen Medien, Vorträge bei regionalen Verbänden und Vereinen, juristische Artikel und Einschätzungen, Podcasts und Youtube-Videos. Auch die mündliche Weiterempfehlung kann forciert werden. Suche Dir den passenden Weg für Dich.  

Tipp 5 | Kanzleigründung

Wie Du ein Unternehmen und auch Mitarbeiter führst, lernst Du nicht im Studium. Sämtliche Fragen, die sich jemand vor dem Schritt in die Selbstständigkeit stellt, musst auch Du Dir stellen. 

Standortwahl, Infrastruktur, IT-Landschaft, Mitarbeiterauswahl, Dienstleisterauswahl, notwendige Versicherungen, Anmeldung beim Finanzamt, Büroorganisation, Mobiliar und, und, und. 

Sammele vor der Kanzleigründung so viele Informationen wie möglich und erstelle einen Businessplan. Kollegen mit eigener Kanzlei geben meist gerne Auskunft und vermitteln Tipps. Auch im Internet gibt es viele hilfreiche Homepages, wie z. B. die Gründerplattform. Das Forum junge Anwaltschaft des Deutschen Anwaltsvereins hat sogar eigens einen Ratgeber für junge Rechtsanwälte herausgebracht. 

Hier geht es zur neuesten Ausgabe des Ratgebers pdf-Format. Gegen eine Schutzgebühr von 5€ können Sie sich hier auch das Buch bestellen.

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